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Ausbildungsablauf
AUSBILDUNGSABLAUF
Hier können Sie sich umfassend über den Ausbildungsablauf an unserer bfz Schule informieren.
Ausbildung zum*r Physiotherapeut*in
Die Ausbildung zum*r staatlich anerkannten Physiotherapeut*in dauert insgesamt drei Jahre und umfasst sowohl theoretischen als auch praktischen Unterricht. Die Inhalte der Ausbildung orientieren sich an der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten (PhysTh-APrV).
Gemäß den gesetzlichen Vorgaben kombiniert die Ausbildung mindestens 2.900 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht mit 1.600 Stunden praktischer Ausbildung, sodass Absolventen*innen optimal auf den Berufsalltag vorbereitet werden.
Die Ausbildung zum*r staatlich anerkannten Physiotherapeut*in ist deutschlandweit anerkannt und bietet Ihnen vielseitige Karrieremöglichkeiten im Gesundheitswesen.
Drei Jahre Vollzeit – Start jährlich im September
- Die Ausbildung zum*r Physiotherapeut*in erfolgt in Vollzeit mit durchschnittlich 40 Unterrichtsstunden pro Woche.
- Wir unterrichten häufig in kleineren Gruppen, insbesondere in den praktischen Fächern. Dadurch ermöglichen wir eine intensive und individuelle Förderung unserer Schüler*innen.
- Der theoretische Unterricht findet an der Berufsfachschule in Augsburg statt.
- Die praktische Ausbildung erfolgt an verschiedenen Einrichtungen im physiotherapeutischen Bereich.
- Während der theoretischen Blöcke orientieren sich die Ferienzeiten an den regulären bayerischen Schulferien. Bitte beachten Sie, dass nicht alle Ferien frei sind.
- Zu Beginn Ihrer Ausbildung erhalten Sie einen detaillierten Ausbildungsplan, der den Ablauf der Theorie- und Praxis-Blockphasen beschreibt.
Theorie und fachpraktischer Unterricht eng verzahnt
Wir legen großen Wert auf Praxisnähe und die Vorbereitung auf ein weiterführendes Studium. Daher bieten wir:
- Ein Team aus erfahrenen Lehrkräften, bestehend aus Physiotherapeut*innen, Mediziner*innen und Psycholog*innen.
- Eine fundierte und praxisnahe theoretische Ausbildung mit besonderem Fokus auf evidenzbasierte Therapieansätze und physiotherapeutische Diagnostik.
- Erweiterte Unterrichtsinhalte wie Politik und Gesellschaft sowie berufssprachliche Förderung.
- Hauptamtliche Lehrkräfte für die schulische Praktikumsbetreuung.
- Langjährige Kooperationen mit renommierten Praktikumseinrichtungen.
- Unterstützung bei der Bewerbung und Stellenvermittlung während und nach der Ausbildungszeit.
- Möglichkeit eines zusätzlichen Studiums bei unseren Kooperationspartnern der Hamburger Fernhochschule (HFH) in „Therapie- und Pflegewissenschaft B. Sc.“ oder bei der Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) Bamberg in B.Sc. Physiotherapie.
Theoretischer Unterricht
Berufs-, Gesetzes- und Staatskunde
Dies ist ein allgemeinbildendes Fach mit berufsrelevanten Aspekten. Sie lernen die rechtlichen Grundlagen der Ausbildung kennen und erhalten einen Überblick über die staatliche Ordnung und das Rechtssystem in Deutschland.
Anatomie und Physiologie
Die Arbeit mit dem Menschen erfordert ein gründliches Fachwissen über den Aufbau und die Funktionen der verschiedenen Organsysteme und des Körpers als Ganzes. Die Unterrichtsstundenzahl beträgt, verteilt auf alle drei Ausbildungsjahre, 380 Stunden. Ein großer Teil davon ist für die Betrachtung und das Verständnis des Halte- und Bewegungsapparates (Grundlage für die Arbeit der Physiotherapeuten) vorgesehen. Sie lernen außerdem den Aufbau und die Funktionen der inneren Organe und des Nervensystems kennen.
Krankheitslehre und Hygiene
Die Krankheitslehre nimmt mit insgesamt 420 Stunden theoretischen Unterrichts einen breiten Rahmen in der Ausbildung ein. Im Unterricht wird auf die für die spätere Tätigkeit relevanten Krankheitsbilder und auf die funktionellen Störungen der Organe und Organsysteme eingegangen. Sie lernen zuerst die medizinische Terminologie und die allgemeinen krankhaften Veränderungen kennen, die Sie für das Verständnis der speziellen Krankheitsbilder aus der Orthopädie, Chirurgie und Traumatologie, Neurologie, Pädiatrie, Inneren Medizin, Gynäkologie und der Geriatrie wissen müssen. Des Weiteren wird im Unterricht auch die extrem wichtige Bedeutung der psychosomatischen Komponente bei den jeweiligen Krankheitsbildern herausgestellt.
Angewandte Physik
Thematik dieses Faches sind die Biomechanik des Bewegungsapparates sowie die Strömung von Flüssigkeiten und Gasen durch den Körper. Sie lernen die physikalischen Gesetzmäßigkeiten, die für die Ausübung Ihres Berufes relevant sind und Anwendung finden. Das Fach verbindet physikalische Prinzipien mit medizinischen und physiotherapeutischen Sachverhalten.
Prävention und Rehabilitation
Im Fach Prävention und Rehabilitation werden Ihnen die Zusammenhänge zwischen Lebensführung, gesundheitlichen Risiken und der Entstehung und dem Verlauf von Krankheiten erklärt. Sie sollen dabei eine Kompetenz für die Gesundheitsberatung entwickeln und die Bedeutung eines funktionierenden Teams für den Erfolg in der Wiederherstellung oder Erhaltung der Körperfunktionen verstehen.
Bewegungslehre und Biomechanik
Dieses Fach ermöglicht Ihnen, die Bedeutung von Bewegung in der Physiotherapie und die Wirkung von Training, insbesondere seine präventive und rehabilitative Bedeutung, zu verstehen. In der Bewegungslehre stehen die motorischen Grundeigenschaften zur Ausführung von Bewegung und die motorische Entwicklung des Menschen in seinen unterschiedlichen Altersstufen im Vordergrund. In der Trainingslehre werden die Kriterien für die individuelle therapeutische Anwendung des Trainings bei verschiedenen medizinischen Zielgruppen erarbeitet.
Fachpraktischer Unterricht
Erste Hilfe
Sie werden befähigt, die gängigen Erste-Hilfe-Maßnahmen zu verstehen und auszuführen. Sie lernen die Verbandsarten und Verbandstechniken, die der Unterstützung ihrer therapeutischen Bemühungen dienen.
Bewegungserziehung
Bewegungserziehung ist für viele physiotherapeutische Behandlungstechniken von zentraler Bedeutung. Ziel ist es, Ihnen die Wahrnehmung eigener Körper- und Bewegungserfahrungen zu ermöglichen und Sie damit für die Durchführung von Bewegungen zu sensibilisieren. Insbesondere sollen Ihre Kreativität sowie die Fähigkeit, Bewegungsabläufe zu improvisieren, zu planen, zu verbinden und zielgerichtet anzuwenden, gefördert werden. Dabei muss der therapeutische Aspekt im Vordergrund stehen.
Krankengymnastische Behandlungstechniken
Die erlernten Techniken sind die Grundlagen Ihrer späteren beruflichen Tätigkeit. Hier werden über alle medizinischen Fachgebiete hinweg einsetzbare Techniken erlernt.
Physikalische Therapie
Dieses Fach baut auf den theoretischen Kenntnissen auf. Anhand konkreter Krankheitsbilder erlernen Sie die Planung, Durchführung und Kontrolle von Maßnahmen der physikalischen Therapie.
Physiotherapeutische Anwendungen (Fachpraxis)
Die erlernten Techniken sind die Grundlagen Ihrer späteren beruflichen Tätigkeit. Hier werden über alle medizinischen Fachgebiete hinweg einsetzbare Techniken erlernt.
Befunderhebung
Die Ergebnisse der Untersuchungs- und Befundtechniken sind die Grundlage aller physiotherapeutischen Behandlungen. Daher hat das Fach Befunderhebung im Rahmen der Gesamtausbildung eine zentrale Stellung. Sie lernen, systematisch Formalia zu erfassen, Symptome durch genaues Beobachten, Palpieren, Prüfen oder Messen zu erkennen und einzelnen Gewebestrukturen zuzuordnen, sie zu werten und zu interpretieren.
Massagetherapie
Hier erarbeiten Sie sich die Grundlagen in den Techniken der klassischen Massage, der Bindegewebsmassage, der Lymphdrainage und weiterer ausgewählter Sonderformen. Sie erwerben die Fähigkeit, Gewebebefunde zu erheben und geeignete Therapien durchzuführen.
Praktische Ausbildung
Sie ist ein großer und sehr wichtiger Teil der Ausbildung. Sie absolvieren in den verschiedenen medizinischen Fachdisziplinen mehrere Praktika in folgenden Bereichen.
- Neurologie
- Orthopädie
- Chirurgie
- Innere Medizin
- Geriatrie
- Pädiatrie
- Psychiatrie
- Gynäkologie
Wir legen großen Wert auf eine hochwertige praktische Ausbildung. Wir arbeiten mit Kliniken, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Praxen zusammen.
Wir bieten
- Qualität & Betreuung: Jede Praxiseinheit wird von einer physiotherapeutischen Lehrkraft begleitet und regelmäßig bewertet.
- Vielfältige Einsätze: Die Ausbildung erfolgt in sieben verschiedenen Institutionen, um alle Fachbereiche kennenzulernen.
- Mitgestaltung: Schüler*innen können bei der Wahl der Einrichtungen mitentscheiden.
So ermöglichen wir eine praxisnahe und zukunftsorientierte Ausbildung.
Staatliche Abschlussprüfungen
Die Ausbildung wird durch die staatliche Prüfung abgeschlossen. Sie umfasst drei Prüfungsteile: einen schriftlichen, einen mündlichen und einen praktischen Teil.
Schriftliche Prüfungen
Der schriftliche Prüfungsteil besteht aus vier Fächergruppen mit jeweils einer Aufsichtsarbeit.
- Recht und Sozialwissenschaften: Berufs-, Gesetzes- und Staatskunde; Psychologie/Pädagogik/Soziologie (Dauer: 45 Minuten)
- Bewegungslehre und Physik: Angewandte Physik und Biomechanik; Trainingslehre; Bewegungslehre (Dauer: 90 Minuten)
- Therapie und Medizin: Prävention und Rehabilitation; Methodische Anwendung der Physiotherapie in medizinischen Fachgebieten (Dauer: 180 Minuten)
- Spezielle Krankheitslehre (Dauer: 90 Minuten)
Die schriftlichen Prüfungen finden an zwei Tagen statt. Jede Arbeit wird von zwei Fachprüfer*innen bewertet, und die Endnote errechnet sich als Durchschnitt der Einzelnoten.
Mündliche Prüfungen
Die mündliche Prüfung umfasst folgende Fächer.
- Anatomie (Prüfungsdauer: max. 30 Minuten)
- Physiologie (Prüfungsdauer: max. 15 Minuten)
- Spezielle Krankheitslehre (Prüfungsdauer: max. 30 Minuten)
Die Prüfung erfolgt einzeln oder in Gruppen von bis zu fünf Teilnehmer*innen. Die Bewertung erfolgt durch zwei Fachprüfer*innen pro Fach.
Praktische Prüfungen
Im praktischen Prüfungsteil werden die Fähigkeiten in verschiedenen Behandlungstechniken geprüft.
- Krankengymnastische Behandlungstechniken und Bewegungserziehung
- Drei spezifische Behandlungstechniken ausführen und erklären
- Anleitung einer krankengymnastischen Gruppenbehandlung
- Massagetherapie und physikalische Therapie
- Massagetherapie: Eine Behandlungstechnik durchführen und erklären
- Elektro-, Licht- und Strahlentherapie: Anwendung einer Behandlungstechnik
- Hydro-, Balneo-, Thermo- und Inhalationstherapie: Anwendung einer Behandlungstechnik
- Methodische Anwendung der Physiotherapie
- Befunderhebung, Dokumentation und Therapieplanung für Patienten aus verschiedenen medizinischen Fachgebieten
- Durchführung geeigneter Behandlungstechniken
Die Prüfung erfolgt durch zwei Fachprüfer*innen pro Fach und muss innerhalb von vier Wochen abgeschlossen sein.
Ihr Abschluss
Nach bestandener Prüfung sind Sie berechtigt, die Berufsbezeichnung „Staatlich anerkannte*r Physiotherapeut*in“ zu führen und entsprechend tätig zu werden.
